Liebe Leser,
trotz Saisonpause hat sich ein junger ambitionierter Trainer finden lassen der sein Wissen mit uns teilt. Viel Spass beim Lesen.
Selbstvorstellung
Narku Laing ist derzeit Student der Soziologie, Philosophie, Religionswissenschaften und Rechtswissenschaften an der Johann-Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Sein Name steht in Verbindung mit dem Jugendprogramm der Wiesbaden Phantoms bei denen er in den letzten Jahren spielte. Er war Spieler sowohl der Landesauswahl von Rheinland-Pfalz als auch der Landesauswahl von Hessen. Seine Trainerkarriere befindet sich noch im Aufbau: Er coachte zwei Jahre bei den Mainz Golden Eagles in der Flagabteilung, im vergangenen Jahr die U16 Mannschaft der Wiesbaden Phantoms und bis März auch deren U19 Jugend. Derzeit ist er bei der Frankfurt Universe Jugend aktiv und kümmert sich hier um die Defense der ´Band of Brothers´ und um das Teambuilding. Er wurde in die Coaching Staff der U16 Hessenauswahl als Defense Line Coach berufen.
Einleitung
Ich möchte David Odenthal danken, dass ich diesen Artikel zur sozialen Rollen und Prozessen im American Football in Deutschland in seinem Blog veröffentlichen kann. In diesem Blog wird es einen starken Schwerpunkt auf die soziale Dynamik und Funktion von Jugendmannschaften geben, da ich selbst in diesem Bereich mehr Erfahrung sammeln konnte und die erzieherische Funktion der Vereine hier selbstverständlich einen Schwerpunkt setzen sollte. Ich möchte in der Auseinandersetzung um dieses Thema eine footballspezifische Position erarbeiten und vertreten. Zunächst werde ich kurz skizzieren warum ich dem Football eine soziale Aufgabe zuschreibe und anschließend einige Besonderheiten im und um Football benennen. Ich gehe dabei immer von den Mannschaftsstrukturen aus die ich bisher kennengelernt habe und freu mich natürlich über andere Ansätze und Ansichten. Ich versuche mich so kurz wie möglich zu halten und mich vor allem auf praktische Empfehlungen zu konzentrieren.
Jugendfootball
Die Besonderheit des Jugendfootball liegt am Umgang mit Jugendlichen. Jugendliche befinden sich noch entscheidend im Kampf mit der Welt und der Gesellschaft. Sie sind meistens noch sehr stark charakterlich formbar und befinden sich auf der Suche nach Wertesystemen und Vorbilder, die sich für sich selbst akzeptieren und adaptieren können. Wenn wir als Trainer mit Jugendlichen zusammenarbeiten geschieht dies zumeist in Deutschland (in Abgrenzung zur USA) als ehrenamtliche Übungsleiter. Wir müssen uns deswegen die entscheidende Frage stellen:
Warum investiere ich meine Zeit in Jugendliche und Kinder? Warum bin ich bereit es unentgeltlich zu tun? Und vor allem: Was sollte mein übergeordnetes Ziel sein?
Gute Footballspieler. Dieses Schlagwort springt den meisten nun aus dem Mund. Es ist eine richtige Antwort. Wir müssen jedoch an dieser Stelle etwas weiter gehen. Wie viel nützt ihnen ein guter Footballspieler (im rein sportlichen Sinne) zu sein im weiteren Lebenslauf? Bis auf herausragende Paradebeispiele werden die wenigsten eine professionelle Footballkarriere erreichen können. Wir als Trainer müssen etwas finden, dass die Kinder und Jugendlichen entscheidender prägt und sie in ihrem Leben weiterbringt. Ob in Schule, Arbeit oder Familie.
Für mich sollte neben der Vermittlung von sportspezifischen Bewegungsabläufen, gesundheitsfördernder Bewegung auch Normen und Werte auf dem Programm stehen. Diese Dinge werden eine wechselseitige Beziehung aufbauen und auch zu mehr Erfolg führen.
Der Teamkapitän
In einem herkömmlichen Team wird es Teamkapitäne geben. Diese nehmen innerhalb des Teams eine Sonderrolle ein und sollten für einige Dinge zuständig sein:
- Kommunikation zwischen Trainern und Spielern fördern.
- Stimmungen im Team erkennen und gemeinsame Lösungsansätze mit den Trainern erarbeiten.
- Verbale und sportliche Leader im Team.
- Vertretung der Interessen der Mannschaft innerhalb des Vereins.
- Steigerung der Motivation des Teams durch zum Beispiel Ansprachen.
An dieser Stelle möchte ich sagen, dass ich bewusst Team Captains und nicht Team Leader wählte, weil die Kapitäne eine Form von offen erkennbarer Legitimation erfahren haben. Ich spreche den Mannschaftskapitänen einiges an Aufgaben zu. Ein Jugendlicher soll durch die Funktion als Kapitän das freie Sprechen, Führen, Selbstbewusstsein und ein gewisses politisches Geschick erlernen. Der Trainer sollte aktiv Rücksprache mit ihnen halten und auch gegenüber dem Team diesen Personen das Vertrauen wiederholt aussprechen um ihre Rolle im Team zu festigen. Team Captains sollten nicht nach empfinden gewählt werden, sondern sollten nach individueller Gewichtung folgender Punkte eingesetzt werden:
- Rückhalt im Team.
- Sportlicher Einsatz für das Team.
- Verhalten gegenüber Fans, Trainern, Mitspielern und anderen Vereinsmitgliedern.
- Kommunikationsbereitschaft.
- Bereitschaft diese Aufgabe zu übernehmen.
- Verhältnis zum Trainerstab.
Es ist wichtig die Rolle der Teamkapitäne als Amt zu begreifen. Ihnen verbal und tatsächlich eine gewisse Sonderrolle und auch Pflichten zukommen zu lassen. Die Rolle des Team Captains sollte mit Würde behandelt werden. Sehr früh erlernen die Jugendlichen hier, dass durch wiederholt gutes Verhalten neue Privilegien entstehen. Sie haben zudem ein Kommunikationsorgan gegenüber dem Verein und den Trainern. Sie verstärken, damit ganz entscheidend die dringend benötigte Kommunikation in einer Mannschaft. Die Sonderrolle kann z. B. durch ein Essen mit dem Trainer hervorgehoben werden, die Wahl des Restaurants nach dem Spiel oder durch das Mitspracherecht bei der Konzeption von Open/Organized Team Activities. Diese Dinge erscheinen so klein, aber leisten einen entscheidenden Beitrag zur Anerkennung der Zusatzleistung seitens der Jugendlichen. Die Pflichten können von unterschiedlicher Natur sein, aber sollten immer gefördert werden durch den Trainer. Übertragt ihnen Pflichten im Trainingslager, am Spieltag oder im Training. Lasst ihnen Zeit um an bestimmter Stelle selbstständig mit dem Team zu sprechen. Das Ganze unterliegt dem Prinzip von fordern und fördern!
Nun beginnt der entscheidende Teil in der Arbeit mit Jugendlichen. Die Rücksprache. Ihr müsst bedenken, dass ihr Jugendliche in eine Verantwortungs- und Führungsposition steckt. Ihr solltet mit ihnen darüber sprechen wie es ihnen damit geht und ihnen Hilfe oder Unterstützung anbieten. Ein guter Coach sollte stets informiert sein über das Befinden seiner Spieler. Zudem sollte man schon sehr früh das Führen und Anleiten von Mannschaftskameraden in Team Building Einheiten vor der Saison forcieren.
Der Coach
Coach. Ein Titel. Dieser Titel steht im Football für eine gewisse Stellung in der Mannschaft. Er drückt einerseits fachliche Kompetenz gegenüber den Spielern aus, andererseits symbolisiert er ähnlich wie der Begriff ´Chef´ eine Machtposition.
Trainer befinden sich auf dem Footballfeld und umliegend in einer vorgegebenen Hierarchie zu ihren Spielern. Sie geht zuerst nicht weiter als der Coach `oben´ und der Spieler `unten´. Alles weitere differenziert sich in einem individuellen Verhältnis zwischen Spielern und Coaches. Für meine weitere Erklärung reicht mir diese simple Rollenzuschreibung. Ich möchte nun einige Dinge aufzählen, die im Umgang mit Spielern entscheidend sein sollten:
Vermeidung einer Doppelmoral. Man sollte immer angehalten sein die Spieler am selben Maßstab zu messen wie sich selbst. Natürlich gehören gewisse Privilegien zum Status eines Trainers, aber es sollte hier ein gesundes Gleichgewicht gefunden werden. Die Spieler werden die Trainer immer wieder danach überprüfen ob sie ihre verbal geäußerten Normen und Werte konkret umsetzen und wertschätzen. Schon früh kann der Jugendliche so demokratische Werte wie Gleichheit und Gerechtigkeit erlernen. Zudem sollte man als Trainer bedenken, dass Kinder und Jugendliche meist auf der Suche nach zugänglichen/ vertrauenswürdigen Autoritäten sind die ein Gegenprogramm zu Eltern, Schule und Arbeit darstellen.
Vorbildrolle akzeptieren. Junge Menschen sind stets auf der Suche nach Vorbildern, Idolen und Ikonen. Viele Jugendliche wählen diese in ihrem unmittelbaren sozialen Nahbereich. Trainer befinden sich als ältere Personen in diesem Bereich. Die Jugendlichen und Kinder werden das Verhalten von Trainern vereinnahmen und reproduzieren. Dazu gehören Floskeln, Bewegung, Mimik, Gestik oder Weltanschauung. Die Spieler sind in ihrem Alter schließlich auf der Suche nach Orientierung in unserer Welt und bei den älteren Jugendlichen auch auf der Suche nach Männlichkeitsvorbildern. Ein Trainer muss bei seinem Verhalten auf dem Feld und Abseits vom Feld stets bedenken, dass er von seinen Spielern beobachtet wird und manche sein Verhalten reproduzieren werden. Im Jugendbereich können wir noch nicht von den Spielern als gefestigten Personen sprechen. Der Trainer ist ein Vorbild und sollte seiner Rolle gerecht werden.
Jugendarbeit kennt keine Pause. Trainern muss vor allem in der modernen Kommunikationsgesellschaft, also in der Zeit von ständiger Konnektivität durch WhatsApp, Facebook, E-Mail und Telefone kann ein Trainer sein Ehrenamt nicht durch Verlassen des Spielfeldes ablegen. Ein Trainer sollte bereit sein auch außerhalb der Einheiten für die Spieler verfügbar zu sein und ihnen zu helfen. Als Bezugsperson und Vorbild wird der Spieler zu manchem Zeitpunkt mehr als nur Spieltaktiken besprechen wollen. Es darf in den Gesprächen auch um die Verarbeitung von Alltagserfahrung, Erwachsenwerden und Männlichkeit gehen. Der Trainer wird in seiner Funktion auch Bezugs- und Erziehungsperson.
Eine Beziehung aufbauen und sie als Menschen verstehen. Ein Trainer sollte eine aktive Beziehung zum Spieler und zu seinem sozialen Umfeld aufbauen. In einer autoritären Stellung zum Spieler seid ihr in der Lage negativen Geschehnissen gegenzusteuern und Erlebnisse der Jugendliche zu verarbeiten. Z.B. Tod von Verwandten, schlechte Schulnoten, Konflikte mit dem Gesetz. Die Kinder besser zu verstehen und sie als soziale Interaktionspartner zu begreifen ist von großer Bedeutung. Es hilft wichtige Fragen auch fürs Coaching zu beantworten: Sollte ich diesen Spieler laut coachen oder nicht? Wie geht er mit Stresssituationen am Gameday um? Kann er verkraften das ein Down mal schlecht lief oder sollte ich ihn jetzt kurz auswechseln? Die Spieler als Menschen zu begreifen stellt eine entscheidende Dimension des Coaching dar. Die Spieler sind nicht nur Footballspieler, sondern auch Schüler, Kinder von Jemandem, Partner in Beziehungen oder Arbeitnehmer. Der Trainer sollte versuchen sich außerhalb von den Einheiten mit seinen Spielern zu unterhalten und auch die anderen Rollen im Leben eines Spielers kennenzulernen. Bei diesen Gesprächen soll kein Zwang zwischen Spielern und Trainern entstehen und es sollte ein angebrachter Umgangston zwischen Spieler und Trainer herrschen. Es geht hier für den Trainer vor allem ums zuhören und beraten.
Kritik fördern. Um den Jungs verständlich zu machen, dass dieses Team vor allem ihr Football Team ist sollte die Kritik gefördert werden. Begebt euch in aktiver Rücksprache mit den Spielern und fragt sie nach Belangen und Anregungen. Nutzt hierbei vor allem eure Kapitäne. Dies unterliegt dem Prinzip: Partizipation schafft Akzeptanz beziehungsweise Teilhabe schafft Toleranz. Die Spieler steigern ihre Beziehung zum Team und spüren das Gefühl von mehr Einfluss. Sie erlernen zudem das wichtige Prinzip demokratischer System: Das Selbstbestimmungsrecht! Natürlich ist der Trainer immer noch die leitende Person in der Konzeption von Training und Spielabläufen, aber die Rücksprache mit den Spielern symbolisiert nicht Unsicherheit in der Konzeption, sondern viel mehr Stärke da man kritikfähig ist. Die Spieler, die auch freiwillige sind, suchen auch in einem Footballteam nach Selbstverwirklichung und finden diese in solchen einfachen Mechanismen. Trainer sollten dies als Input verstehen und als Tuchfühlung gehen um zu erfahren in welchen Bereichen die Spieler noch Unsicherheiten verspüren.
Trainer bleiben. Der Trainer sollte sich bemühen die Hierarchie zwischen Spieler und Trainer aufrecht zu erhalten. Der Trainer darf nicht zum Teamkameraden/ Mitspieler in Umgang mit den Spielern werden. Eine minimale Restdistanz und Handlungsvollmacht muss der Position des Trainers unterliegen. Er hat eine rechtliche Verantwortung und hat eine Verpflichtung den Trainingsablauf zu gewährleisten. Diese Aufgaben können gestört werden durch ein falsches Verhältnis zu den Spielern. Der Trainer hat auch eine Verpflichtung nicht sein persönliches Empfinden in seinen Umgang mit Spielern und Entscheidungen einfließen zu lassen. Die deutschen Footballvereine sind zumeist ehrenamtliche Vereine und haben deshalb die Pflicht zunächst Jeden aufzunehmen und alle Mitglieder haben gleiche Rechte auf Coaching und Bewertung im Trainingsbetrieb. Die Vergabe von Rechten zum Beispiel Startpositionen müssen nach objektiven Kriterien erfolgen. Vertrauen ist ein objektives Kriterium.
Gruppendynamik/ Das Team
Das Erleben und der richtige Umgang mit Gruppendynamik ist ein entscheidender Aspekt von Mannschaftssport. Im American Football meiner Meinung nach noch entscheidender. Es sollte eine Gruppendynamik entstehen. Die Spieler müssen lernen Siege und Niederlage als Gruppe zu verarbeiten und sich auch als Gruppe zu sehen. Hierbei soll der Trainer die gemeinsame Zielsetzung und die wechselseitige Abhängigkeit betonen. Es sollte immer eine Tendenz zu einer übergeordneten Großgruppe geben. Man sollte verhindern zum Beispiel durch das Routieren von Übungspartnern, Variationen von Gruppen in Konditionsübungseinheiten, einer gemeinsamen Gruppe im sozialen Netzwerk, Eingriff in die Zimmer und Sitzverteilung an Teamevents und Kennenlern-Spielen, dass sich kleine Gruppen herausbilden. Auch nicht positionsspezifische oder eine Offense und Defense Einteilung. Bei Teams bei denen die Ausbildung von Kleingruppen zu stark fortgeschritten ist, wird es Unruhe an der Sideline geben, weil es immer ein vermeintlich Anderes gibt dem man Schuld zuweisen kann.
Es sollte einen Schwerpunkt auf die Etablierung von einem Wir-Gefühl geben. Natürlich gibt es in einem Team Arbeitsteilung und Gewaltenteilung. Ein Coach hat bestimmte Aufgaben, Privilegien, Befugnisse und Pflichten. Wir müssen hierbei immer ein Gleichgewicht finden und frühzeitig den Gedanken einer Gruppe stabilisieren und immer wieder unterstützen. Ein bedeutendes Element können hierbei klare Strukturen und Weisungsbefugnisse geben (HC à DC/ OC à PC à TC àSP). Dies kann die Eigendynamik von Kritik unterbrechen.
Ich glaube aber es ist von größerem Nutzen eine Kritikkultur zu etablieren. Den Mannschaftsmitgliedern klar zu machen, dass wir eine gemeinsame Zielsetzung haben und nur konstruktive Kritik (Nennung von Positivem und Negativem) uns voran bringt. Das Kritik an einer Person auch immer die Verpflichtung zur Stützung und Unterstützung dieser Person birgt und dazu sogar ein Stück weit verpflichtet. Durch die gemeinsame Zielsetzung (Titel, Spielgewinn, Trainingserfolg) sollten Mannschaftsmitglieder sich niemals in einer Opposition zueinander befinden, sondern in einer Form der kritischen Auseinandersetzung miteinander. Damit dies funktioniert muss den Teammitgliedern bewusst werden was Kritik in einem Menschen bewirkt, wann sie angebracht ist und wie der jeweilige Mensch Kritik verarbeitet.
Ich empfehle besonders in der Preseason oder Postseason sich darum zu bemühen als Team eine herrschaftsfreie Aussprache zu führen. Was bedeutet das? Wir stellen alle Mannschaftmitglieder ob Trainer, Spieler oder Staff gleich. Es wird gemeinsam auf einen angenehmen und vernünftigen Umgangston geachtet. Es soll auch immer wieder die gemeinsame Zielsetzung betont werden. Das Gespräch sollte keinerlei zeitliche Begrenzung haben und muss zielorientiert ablaufen. Rücksicht ist in dieser Situation ein Gebot. Die Trainer und Staff sollen sich gezielt im Raum verteilen. Am Vorteilhaftesten wäre ein Sitzkreis. Ein solches Gespräch kann eine befreiende Wirkung haben und Streitigkeiten im Hintergrund aufdecken und zu Lösungsansätzen führen. Hierbei geht es nicht ums Bashing, sondern vor allem eine Möglichkeit zu bieten als Team zusammenzuwachsen und einen Meinungskonsens zu entwickeln.
Identifikationsmerkmal
Leitsätze wie TEAMGEIST – STOLZ – ENTHUSIASMUS (Düsseldorf Panther), Excellence-Commitment-Execution (Wiesbaden Phantoms Jugend 2011-bis heute), Band of Brothers (Frankfurt Universe Jugend 2012), All In (Cologne Falcons Jugend 2011) und Aus dem Bus auf die Fresse! (Hessenauswahl 2010) sind gute Beispiele für die Schaffung eines Wertsystems für ein Team. Neben dem Teamlogo und Vereinsnamen kann es von großer Bedeutung sein ein weiteres Identifikationsmerkmal zu schaffen. Der Mannschaftsname erschließt sich nicht immer in dem Kontext eines Wertsystems und ist vor allem fremdbestimmt. Er ist schon vorhanden. Ein Motto oder Leitworte werden meist von dem Team sich selbst gegeben und schaffen so Selbstbewusstsein und Selbstverpflichtung. Diese Worte sind auch in der Lage eine übergeordnete Handlungsempfehlung zu schaffen und verbessert die Gruppendynamik. Man ist immer wieder in Lage sich auf dieses Motto/ Emblem/ Leitgedanken zu berufen. Diese Worte sollten von Zeit zu Zeit überdacht werden und überprüft werden auf ihre Wirkung und ihren Einfluss. Wir sollten diese Worte immer wieder an die Spieler herantragen und die eigene Handlungsweise auch an diesen Worten messen. Es ist von großer Bedeutung für junge Menschen sich an einem Wertekodex messen zu können und diesen auch zu unterstützen. Eine solche Festsetzung ermöglicht auch für Neueinsteiger eine schnelle Orientierungshilfe im Gruppengefüge zu finden. Die Worte dürfen zu keinem Punkt zu einer Worthülse verkommen, sondern sollen viel mehr Drehachse der Philosophie eines Teams sein. Es geht hier nicht um Originalität oder Inhalt, sondern vor allem um die Funktion und den Gedanken eines Mottos.
Abschluss
Ich möchte an diesem Punkt meine Überlegungen beenden. Mein Blogbeitrag sollte einige Ideen und Eindrücke enthalten die euch weiterhelfen können. Ich musste mich in meiner Länge begrenzen und würde sehr gerne, falls Interesse besteht zu einem späterem Zeitpunkt meine Gedanken weiter ausführen. Ich stelle in dieser kompakten Abhandlung einen hohen Anspruch an die soziale Funktion von einem Footballcoach. Es handelt sich um Jugendarbeit und in Jugendarbeit entsteht immer eine soziale Verantwortung. Wir als Trainer können einen beeindruckenden Einfluss auf das Leben eines Spielers haben. Wir sehen sie schließlich für sagen wir mal (Minimalrechnung) 20 Wochen (4h/Woche) Vorbereitung, 9 Wochen Saison (4h/ Woche) und 9 Spieltage mit An- und Abreise (6h/Woche). Dies sind 20×4+9x4h+9x6h= 170h. In dieser Zeit, vor allem wenn wir bedenken das kleine Momente in unserem Leben uns verändern können, haben wir als Trainer einen Einfluss auf die Formung eines jungen Charakters. Diese Möglichkeit sollten wir nutzen!




















